Mittwoch, 20. August 2008

News aus Amerika

Saturday - 8/16/08
Leider mussten wir heute sehr, SEHR früh aufstehen (ich: gegen 7 Uhr, Josi: um 6.30 Uhr), um zu unserer ersten größeren Veranstaltung außerhalb von Mt Clemens zu fahren: eine sog. Local Convention der Democratic Party. Das mag sich vielleicht interessant anhören, tatsächlich ist es aber todlangweilig. Die anwesenden Parteimitglieder aus den Counties Macomb und Oakland mussten Personen in irgendwelche Parteiämter wählen. Sander Levin, ein langjähriges Mitglied des US-Kongresses war ebenfalls dort und hat nicht gerade zur Besserung der Lage beigetragen. Das einzig Gute an dem Ganzen war, dass wir endlich Obama Buttons und Bumper-Sticker erstehen konnten.

Danach ging es nach Downtown Detroit zum polnischen "Pierogi-Fest" (Josi hatte wie man sieht viel Spass) an der Sweetest Heart of Mary Church, einer für amerikanische Verhältnisse (1890er) alten Kirche. In lustigen weiß-roten Zelten gab es, hence the name, Piroggen, Hühnchen, Crêpes, BBQ, aber auch unzählige kleine Glückspiele. Das ganze soll dazu dienen den Unterhalt der Kirche zu finanzieren. Denn sie steht in einer Gegend, die sehr stark gezeichnet ist von der massenhaften Abwanderung der Menschen aus Detroit. Als wir uns der Gegend umschauten kam man sich nicht vor, als sei man in den USA, sondern vielmehr in der Dritten Welt. Trotz oder gerade wegen dieser widrigen Umstände entstehen hier so interessante Dinge wie das Heidelberg Project (in der Heidelberg Rd, keine Verbindung zu Deutschland). Hier haben es sich mehrere Künstler zur Aufgabe gemacht mit sozialkritischer Kunst wieder Leben in den Stadtteil zu bringen.

Am Abend wurde Genas (Josis Gastmutter) Geburtstag im Garten hinter ihrem Haus gefeiert, natürlich ordnungsgemäß mit Hamburgern, Hot Dogs, gegrilltem Gemüse (für Josi) und vielem anderen amerikanischen Spzialitäten. Besonders gefährlich war der Rumpunsch, der sowohl extrem süß als auch ganz gut mit Alkohol versehen war. Bei der Party haben wir einige Freunde und Verwandte von Gena und Chris kennengelernt, deren Kindern allesamt sehr fotogen waren... man konnte Josi kaum von der Kamera lösen :)

Sunday - 08/17/08
Wie es sich für einen ordentlichen Sonntag gehört haben wir heute einen ganz entspannten Tag gehabt. Zuerst sind wir kurz (d.h. etwa 30 min) in einem Target grocery store gewesen, um uns mit picknick-gerechten Nahrungsmitteln, wie Crackern, Käse, Obst und Cookies, zu versorgen, dann sind wir in den Stony Creek Metro Park gefahren, einem wunderschönen Naherholungsgebiet, das uns ein wenig an unsere Heimat erinnert hat. Zu dumm, dass wir keine Badebekleidung mit uns hatten, war doch das Wasser herrlich erfrischend. Außerdem haben wir uns mal ein bisschen Zeit zum lesen genommen. Später fing es an zu regnen; glücklicherweise nicht allzu lang, so dass wir dann noch ein wenig rumspaziert sind und uns am Fitness Trail versucht haben.

Monday - 08/18/08
tbd

Tuesday - 08/19/08
Nach einer Stunde im Büro ging es nach Warren, der größten Stadt in Macomb County, zur Eröffnungsveranstaltung von "Women for Obama" in Michigan. Wir mussten zwar einige Zeit warten, weil Ed vorher mit einigen Personen sprechen musste, aber dann bekamen wir einen ganz tollen Film zu sehen, den ihr euch auch unbedingt mal zu Gemüte führen solltet:


Dann hielten einige wichtige Frauen von den Democrats kurze, knackige Reden: ein Mitglied des DNC aus Michigan, die Senatorin von Michigan und die Gouverneurin von Kansas (die Gouverneurin von Michigan konnte leider nicht kommen, denn sie verkündete die Schaffung von 10.000 Jobs). Zurück im Büro musste ich mich weiter mit irgendwelchen Statistiken und Excel befassen, Josi mit ihren Labour Union Recherchen.

Abends waren wir bei einem "find out how you can help Barack Obama"-Treffen mit Leuten aus Mt Clemens, die sich in ihrer Freizeit für die Obama Campaign for Change engagieren wollen. Hier wird mir erst so richtig klar, dass die Menschen hier fast die gleichen Sorgen haben wie in Deutschland. Hauptthema ist ganz klar die wirtschaftliche Lage in den USA, vor allem in Michigan. Wir haben beschlossen jeden Donnerstag ab dem 4. September (trotz Josis Geburtstag... sie will es so.) canvassing zu machen, sprich von Tür zu Tür gehen, mit den Leuten ein kurzes Gespräch über Obama und ihre Sorgen und Probleme führen und ihnen Material zum Lesen aushändigen. Mal sehen wie das wird...wir sind sehr sehr gespannt! Danach sind wir zu Gena gefahren, die für uns ein super, lecker Abendessen gezaubert hat: Nudeln mit einer Zitronen-Tomaten-Sauce, Knoblauchbrot und (weißen!) Spargel. Die Kombination klingt vielleicht seltsam, aber es war einfach toll.

3 Kommentare:

Stephan hat gesagt…

Ihr wollt doch nicht tatsächlich wöchentlich die Umgebung mit Obama quälen; ich gehe davon aus, in Amerika ist davon ja eh täglich zu hören; hier immerhin alle zwei Tage - eigentlich finde ich die Idee interessant. Aber wenn ich mir vorstelle, dass bei mir einer an der Haustür klingelt, um mit mir über Merkel zu plaudern - aber das ist ja nicht das Gleiche! :-) Obwohl, sowas machen ja die McCain Leute bestimmt auch, oder? Komisch das Ganze; aber effektive(re) Werbung wohl.

Euer Ausflug in den Park war eine hervorragende Idee; sehr idyllisch.

Haltet die Ohren steif meine Lieben;

Stephan mit vielen lieben Grüßen aus der Hauptstadt (Deutschlands) haha xxxx (für jeden zwei) lol

chosi hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
chosi hat gesagt…

ta - die repulikaner sind faule säcke! während wir hier um jeden wähler kämpfen, sitzen die auf dicken ärschen und knüpfen weitere lobbyistische bande! also echt stephan,deine junge union-einstellung hat hier nix zu suchen;)
das erste obama canvassing (so nennt sich das von tür zu tür ziehen und mit den leuten reden) is an meinem geburtstag und dann jeden folgenden donnerstag.
ich bin echt der meinung,man kann den leuten die eindeutigkeit der wahl nich oft genug vor augen halten...vor allem nich nach einigen haarsträubenden ansichten, die wir hier schon gehört haben...